Historia interculturalis

 

Fenêtre3

« Fenêtre »

Takashi Naraha

Clermont-Ferrand

 

Home/

Gesamtübersicht

 

Startseite Palästina/Israel

 

Übersicht Jüdische Geschichte

Jüdische Geschichte/Israel und Palästina 2

 

 

Last update:

22.10.2011

 

 

Auf dieser Seite:

 

 

Chronologie zur Geschichte Palästinas und Israels

 

Übersicht:

 

1. Daten zur Geschichte Jerusalems und Palästinas vom Altertum zum Mittelalter

1.1. Altertum und Antike

1.2. Spätantike und Mittelalter

 

2. Daten zur Geschichte Palästinas im internationalen Kontext vom Osmanischen Reich bis zur Gründung des Staates Israel

2.1. Epoche des Osmanischen Reiches (gleich dorthin )

2.2. Britisches Mandat bis 1939 (gleich dorthin )

2.3. 1939-1949

 

3. Daten zur Geschichte des Nahostkonflikts seit 1949 (gleich dorthin )

3.1. Suezkrise, Sinaikrieg 1956

3.2. Sechstagekrieg 1967

… im Aufbau

 

 

 

 

1. Daten zur Geschichte Jerusalems und Palästinas

vom Altertum zum Mittelalter

 

nach Max Küchler: Jerusalem. Ein Handbuch und Studienreiseführer zur Heiligen Stadt, Göttingen

(Vandenhoek & Ruprecht) 2007.

Vgl. auch Johann Maier: Jüdische Geschichte in Daten, München (Beck) 2005.

 

 

1.1.

Altertum und Antike

 

File:YsyriAr.gif

Älteste Erwähnung des Namens Israel in einer Stele des Pharaos Merenptah (reg. 1213-1204 v.Chr.).

 

Wikimedia Commons

Wikipedia

 

Ab 4500 v. Chr.

Älteste Siedlungsspuren im späteren Jerusalem (SO-Hügel).

 

 

2000-1750

Erste Festungsmauer am Osthang des SO-Hügels. Nennung der Stadt Uruschalimum in ägyptischen Quellen („Ächtungstexte“); Schalim = Gott der Morgenröte.

 

 

Ab 1750 v. Chr.

Jebusiter als ethnische Bezeichnung der Einwohner Jerusalems bekannt; ägyptische Oberhoheit.

 

 

1400-1200

Hurritische Herrschaft über Jerusalem (Hurriter stammen aus Kleinasien/ Nordmesopotamien); schriftl. Nachweis eines Palastes. Ab 1300 wieder ägyptische Oberhoheit.

 

 

Vor 1200-1100

Auseinandersetzung mit den eindringenden frühisraelitischen Stämmen (bibl. Quellen).

 

 

Um 1000

Bislang ältestes Relikt hebräischer Sprache: Tonscherbe der Festung Elah bei Tell es-Safi (Tell Zafit) auf halbem Wege zwischen Jerusalem und Ashdod bzw. Ashkelon, umkämpftes Gebiet zwischen Israeliten und Philistern. Weitere Funde aus dem 10. Jh. v. Chr. bestätigen biblische Erzählungen.

 

 

997-965

Kg. David, Nachfolger Sauls; erobert Jerusalem: „Festung Zion“ (=Königspalast), Nekropole und Heiligtum (Altar, Zelt?) auf dem NO-Hügel (Berg Morija, späterer Tempelberg) in kombinierter Auswertung der schriftlichen und archäologischen Quellen gesichert.

 

 

965-932

Kg. Salomo, Bau des ersten Tempels, Höhepunkt der israelitischen Macht mit weitreichenden außenpolitischen Kontakten.

 

 

932-

Zerfall des Reiches in zwei Teile: Kgr. Juda im Süden, Hptst. Jerusalem, und Kgr. Israel im Norden, Hptst. Sichem / Samaria (das heutige Nablus).

 

 

9. Jh.

Heftige innere Konflikte in Juda; 836 Kg. Joasch minderjährig unter Obhut des Hohepriesters Jojada – erste Erwähnung dieses Titels.

 

 

Um 738

Berufung des Propheten Jesaja; das Nordreich gerät in assyrische Abhängigkeit und wird um 700 assyr. Provinz, Zerfall des Kultes.

 

 

721-693

Kg. Hiskija in Juda, Bau der ersten umfassenden Stadtmauer („alte Mauer“). Erneuerung des Kultes.

 

 

608-597 / 587-86

Juda wird von den Babyloniern unter Nebukadnezar unterworfen, Zerstörung des Tempels nach einem Aufstand, „Babylonische Gefangenschaft“ (= Geiselnahme der jüd. Führungsschicht).

 

 

539/38

Perser unter Kyros erobern Babylonien und werden von den Juden als von Gott gesandte Befreier betrachtet: Toleranzedikt für die Juden = Rückkehr aus dem Exil, Kultfreiheit. In Mesopotamien bleibt eine starke jüdische Präsenz, die später neben Palästina ein zweites kulturelles Zentrum des Judentums bildet (babylonischer Talmud).

 

 

515

Einweihung des Zweiten Tempels.

 

 

Ab 486

Selbstverwaltung der Satrapie (=Provinz) Jehud (aramäisch für Juda) innerhalb des Persischen Reiches.

 

 

398

Esra, jüdischer Statthalter des persischen Großkönigs, begründet die Theokratie des Hohepriesters und der Gerusie (Ältestenrat), religiös-kulturelle Erneuerung des Judentums als exklusive ethnisch-religiöse Gemeinschaft: Torah als Grundgesetz, Endredaktion des Pentateuch (fünf Bücher Mose). 350

 

 

Ab 350

Münzprägungen mit der Inschrift Jehud.

 

 

330

Eroberung des Perserreichs durch Alexander, legendärer Besuch Alexanders in Jerusalem. Abspaltung der Samariter innerhalb des Judentums, Beginn der Hellenisierung . Nach dem Tod Alexanders gerät die Region in die Grenzlage zwischen zwei rivalisierenden Nachfolgestaaten, Ägypten (Ptolemäer) und Syrien (Seleukiden).

 

 

301-198

Judäa (Region um Jerusalem) unter der Herrschaft der Ptolemäer.

 

 

198-167/163

Judäa unter der Herrschaft der Seleukiden. Die Zwangshellenisierung unter Kg. Antiochos IV. (Umwandlung des Tempels in ein Zeus-Heiligtum), zu der sich viele jüdische Würdenträger bereit erklären, provoziert den Aufstand unter der Führung der Familie Makkabi = Makkabäer­­aufstand, der mit der Befreiung in einem lang andauernden Krieg endet.

 

 

164

Neueinweihung des Tempels (Chanukka-Fest).

 

 

140

Begründung der Dynastie der Makkabäer oder Hasmonäer als Nasi (=Fürst) und Hohepriester in Personalunion, „bis ein zuverlässiger Prophet sich erhebe.“(1Makk.14,41).

 

 

67-63

Thronstreit und Bürgerkrieg; die um Hilfe gerufenen Römer unterwerfen Judäa und machen es zu einem Vasallenstaat. 60 v. Chr. Pompeius in Jerusalem. Die jüdische Untersützung für Caesar im röm. Bürgerkrieg bringt der jüdischen Religion einen besonderen Status als religio licita ein (z.B. Respektierung des Schabbat).

 

 

40-4 v. Chr.

Herodes aus dem judaisierten Stamm der Idumäer wird von den Römern als König eingesetzt. Grausamkeiten und Ausbau des Tempels zum Prachtbau. Im zweiten römischen Bürgerkrieg schließt sich Herodes Octavian (dem späteren Kaiser Augustus) an. Daher später Erneuerung der Privilegien für das Judentum durch Augustus.

 

 

7 v. Chr.

Geburt von Jesus von Nazareth.

 

 

5-4 v. Chr.

Aufstandsversuch unter Rabbi Juda und Rabbi Mattatia.

 

 

6 n. Chr.

Judäa wird römische Provinz; zeitweise weiterhin Halbautonomie unter einem König oder Ethnarchen (svw. „Volksherrscher“).

 

 

26-36 n. Chr.

Statthalter Pontius Pilatus.

 

 

7.4.30

Prozess und Kreuzigung Jesu.

 

 

Ab 37

Zeloten („Eiferer“) = jüdische Widerständler gegen die römische Herrschaft gewinnen an Bedeutung im Kampf gegen den entstehenden Kaiserkult (Caligula).

 

 

66-70

Jüdischer Aufstand, genannt Jüdischer Krieg. Einer der Anführer aus der Sippe der Makkabäer, Joseph, gerät in römische Gefangenschaft und wird Berater Kaiser Vespasians, daher der Flavius Josephus. Autor einer umfassenden Geschichte der Juden und des Jüdischen Krieges.

 

 

70

Niederschlagung des Aufstands, Eroberung Jerusalems durch den Feldherr und späteren Kaiser Titus, Zerstörung des Tempels und Raub des Tempelschatzes (siehe Titusbogen). Krieg und Versklavung treffen die jüdische Bevölkerung mit großer Härte. Beginn der erneuten Diaspora (nach dem babylonischen Exil als erster Diaspora).

 

 

 

In der Folgezeit zahlreiche weitere Konflikte.

 

 

132-135

Bar-Kochba-Aufstand; der Anführer Simon bar Koshiba, genannten Bar Kochba (=Sternensohn), wird quasi als Messias verehrt. Die Niederschlagung unter Kaiser Hadrian führt zur Ausweisung der jüdischen Bevölkerung aus Jerusalem, das nach der Bezeichnung der Legion, die es eroberte, in Aelia Capitolina umbenannt wird. Die Region Judäa wird weitgehend von jüdischer Bevölkerung verlassen, im Norden (Galiläa) und an der Küste entstehen neue kulturelle Zentren. Die ganze römische Provinz wird in Palästina umbenannt.

 

 

 

 

1.2.

Spätantike und Mittelalter

 

Bild:

Wikimedia Commons

326

 

 

395

 

 

614

 

628

 

 

638

 

 

660-750

Helena, die Mutter Konstantins, findet in Jerusalem angeblich das Kreuz Christi. Beginn der Hinwendung der christlichen Kirche zu Jerusalem, Bau der Grabeskirche.

Endgültige Teilung des Imperium Romanum in Ost- und Westreich. Aus dem Ostreich entsteht das Byzantinische Reich (Amtssprache Griechisch im 7. Jh.).

Der jahrzehntelange Krieg zwischen Byzanz und dem persischen Reich der Sassaniden führt zur zeitweiligen Eroberung Jerusalems durch die Perser, die von den Juden, die im Byzantinischen Reich einer starken Diskriminierung unterliegen, als Befreier begrüsst werden.

Rückeroberung Jerusalems durch die Byzantiner unter Kaiser Herakleios.

Eroberung Syriens und Palästinas durch die Araber unter Kalif Omar; Übergabeverträge der Städte, Wahrung der religiösen und kulturellen Autonomie von Christen und Juden. Dem christlichen Bischof von Jerusalem (arab. Ilija, von Aelia) wird das Wohnverbot für die Juden zugesichert, aber wenig später aufgehoben.

Epoche der Omaijaden. Mu’awija wird in Jerusalem zum Kalifen ausgerufen. Um 680 Beginn des Baus der Al-Aqsa-Moschee, 688 der Omar-Moschee (Felsendom), um 692 abgeschlossen.

File:1283 Descriptio Terrae Sanctae.jpg

 

1009

Christenverfolgung unter Kalif al-Hakim, Zerstörung der Grabeskirche, später Wiederaufbau.

Jerusalem und die Umgebung bis zur Küste des Heiligen Landes, unrealistische Zusammenstellung in einer Buchmalerei, Illustration der Description Terrae Sanctae von Burchard du Mont-Sion (1283) in einer französischen Ausgabe für Philipp den Guten , 1455.

 

1099

Der erste Kreuzzug erreicht Jerusalem, Eroberung der Stadt und Massaker bzw. Flucht der muslimischen und jüdischen Bevölkerung.

 

1187

Arabische Rückeroberung Jerusalems durch Saladin. Jüdische Wiederansiedlung in Jerusalem. Ab 1244 Herrschaft der ägyptischen Mamluken über Palästina.

 

1267

Rabbi Mosche Ben Nachman (Ramban) kommt aus Spanien und gründet in Jerusalem eine Synagoge (=Lehranstalt).

 

1517

Palästina gerät unter osmanische Herrschaft.

 

 

 

 

 

 

 

 

2.  Daten zur Geschichte Palästinas im internationalen Kontext vom Osmanischen Reich bis zur Gründung des Staates Israel

 

nach Johann Maier: Jüdische Geschichte in Daten, München (Beck), 2005, und

Gudrun Krämer: Geschichte Palästinas. München (Beck), 2002.

 

 

 

2.1.

Epoche des Osmanisches Reiches

 

 

Bild:

Wikimedia Commons

 

 

 

File:Street in Jerusalem (before 1899).jpg

Straße in Jerusalem vor 1899

 

1517

Palästina gerät unter osmanische Herrschaft.

 

 

16-17. Jh.

Entwicklung stark religiös geprägter jüdischer Gemeinden in Jerusalem, Hebron und Safed (Galiläa). Wirtschaftliche und kulturelle Blüte des Judentums in Saloniki, Konstantinopel, Izmir u.a. Städten des Osmanischen Reiches. Kabbalistisch-esoterische und messianische Strömungen durchziehen das Judentum (Sabbatai Zwi 1665/66).

 

 

1791-95

Die polnischen Teilungen und ein vergeblicher Aufstand unter Beteiligung einer jüdischen Einheit gegen die russische Herrschaft beenden die alten jüdischen Freiheiten in Polen. Das orthodoxe und chassidische Judentum schließt sich auch vor Modernisierungsbestrebungen ab.

 

 

1838

Britisches Konsulat in Jerusalem.

 

 

1860

Gründung der Alliance Israélite Universelle

 

 

1860- /

1870

Messianisch motivierte Auswanderungsinitiative von Rabbi Zbi Hirsch Kalischer aus Thorn (damals preußisch), Gründung einer ersten Siedlung (Mikve Jisrael – „Hoffnung Israel“)) mit Hilfe der Alliance.

 

 

1862

„Rom und Jerusalem. Die letzte Nationalfrage“ des Frühsozialisten Moses Hess erschienen.

 

 

1863

Ein von Juden unterstützter polnischer Aufstand gegen die russische Herrschaft wird niedergeschlagen, gefolgt von harten Vergeltungsmaßnahmen.

 

 

1867 / 1871

Staatsbürgerliche Gleichberechtigung der Juden im Habsburger Reich und im neuen deutschen Kaiserreich.

 

 

1879

Wilhelm Marr erfindet den Begriff „Antisemitismus“.

 

 

1880

Gründung der landwirtschaftlichen Siedlung Rishon le-Zion (Erster für Zion) in Palästina.

 

 

1881-

Antijüdische Pogrome in Russland nach der Ermordung Zar Alexanders II.

 

 

1882-1903

Erste Alijah (svw. „Auswanderung“) nach Palästina, vorwiegend von russischen Emigranten (ca. 30.000).

 

 

1882

„Autoemanzipation“ von Leon Pinsker erschienen.

 

 

1884

Gründung der Bewegung Chibbat Zion („Zionsliebe“)mit dem Ziel landwirtschaftlicher Siedlungsgründungen in Palästina. Nach ersten Misserfolgen wird die Initiative von Baron de Rothschild unterstützt. Der Frühzionist Jechiel Pines gründet handwerkliche Einrichtungen in Jerusalem.

 

 

1889

Eliezer Ben Jehuda gründet in Palästina eine Vereinigung zur Modernisierung des Hebräischen auf der Grundlage der sephardischen Aussprache.

 

 

1890/1893

Gründung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus in Berlin, der sich dann in Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens umbenennt.

 

 

1890

Nathan Birnbaum, Herausgeber der Zeitschrift Selbstemanzipation, prägt den Begriff „Zionismus“.

 

 

1891

Gründung der Jewish Colonial Association durch Baron de Hirsch u.a.

 

 

1896/1897

„Der Judenstaat“ von Herzl erschienen. / Erster Zionistenkongress in Basel.

 

 

1897

Gründung des Bund in Polen/Russland, einer jiddischsprachigen antizionistisch-sozialistischen Arbeiterbewegung.

 

 

1899/1901

Gründung des Jewish Colonial Trust mit der Anglo-Palestine Bank und des Jüdischen Nationalfonds zum Landkauf in Palästina.

 

 

1902/03

Die britische Regierung offeriert der Zionistischen Weltorganisation die Sinai-Halbinsel und dann Uganda als Territorium für eine jüdische Heimstätte.

 

 

1904-1914

Zweite Alijah: Nach zahlreichen Pogromen kommt es zu einer neuen Auswanderungswelle aus Osteuropa (ca. 40.000). Politisch werden die sozialistischen Zionisten führend.

 

 

1905/1908-09

Gründung der Kibbutz-Bewegung und des ersten daraus hervorgehenden Kibbutz Degania am Südende des Sees Genezareth.

 

 

Nov. 1914

Kriegseintritt des Osmanischen Reiches auf Seiten Deutschlands und Österreichs.

 

 

1915-16

Korrespondenz zwischen dem Sherifen Husain von Mekka und dem britischen Hochkommissar MacMahon in Ägypten (MacMahon-Husain-Korrespondenz). Vorbereitung des arabischen Aufstandes gegen die Türken, im Bündnis mit den Briten gegen Zusicherung der Errichtung eines arabischen Königreiches nach dem Sieg über das Osmanische Reich.

 

 

Mai 1916

Abkommen zwischen Großbritannien und Frankreich durch deren Unterhändler Sykes und Picot (Sykes-Picot-Abkommen). Verständigung über eine koloniale Aufteilung des Nahen Ostens nach dem Sieg über die Osmanen.

 

 

2.11.1917

Chaim Weizmann erwirkt für die Zionisten beim britischen Außenminister Lord Balfour die Zusicherung für die Gründung einer jüdischen Heimstätte (national home) in Palästina (Balfour-Deklaration).

 

 

Dez. 1917

Besetzung Jerusalems und des südlichen Palästina durch britische Truppen unter General Allenby, darunter eine arabische und eine jüdische Legion.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2.2.

Britisches Mandat bis 1939

 

 

Bild:

Wikimedia Commons

5.10.1918 – 24.7.1920

 

30.10.1918

Jan. 1919

1919-1923

April 1920

1.7.1920

1920-

Proklamation einer arabischen Regierung unter Emir Faisal b. al-Husain in Damaskus; 8.3.1920 Ausrufung Faisals zum König; Niederschlagung durch französische Truppen.

Kapitulation des Osmanischen Reiches.

Faisal-Weizmann-Abkommen über die Zukunft Palästinas. Beginn der Pariser Friedenskonferenz.

Dritte Alijah, ca. 35.000 Einwanderer.

Konferenz von San Remo. Arabisch-jüdische Zusammenstöße beim Nabi-Musa-Fest.

Beginn der Britischen Zivilverwaltung unter Hochkommissar Herbert Samuel.

Chaim Weizmann Präsident der Zionistischen Weltorganisation. / Gründung eines Arabischen Exekutivrates in Palästina.

File:EEF Palestine Eretz Yisrael stamp 1920 grey.jpg

 

 

 

 

 

 

Sept. 1921/Juni 1922

Kolonialminister Churchill erteilt den weitgehenden Ambitionen der Zionisten eine deutliche Absage und interpretiert die Balfour-Erklärung dahin gehend, dass es kein „wholly jewish Palestine“ geben könne.

 

 

Jan. 1922

Einsetzung eines Obersten Muslimischen Rates unter dem Mufti von Jerusalem.

 

 

1924-1931

Vierte Allijah, ca. 80.000 Einwanderer

 

 

24.7.1922 – 29.9.1923

Aufteilung des Nahostgebietes durch den Völkerbund unter britisches und französisches Mandat, Aufteilung des britischen Mandatsgebiets und Grenzziehung zwischen Palästina und Transjordanien entlang des Jordans. / Volkszählung im Okt. 1922: 11% der Bevölkerung jüdisch.

 

 

1923/1925

Abspaltung der ultranationalistischen Union der Zionisten-Revisionisten unter Vladimir (Zeev) Jabotinsky von der Zionistischen Weltorganisation. Auf der Gegenseite entsteht die Vereinigung B’rith Shalom, die die Idee eines binationalen Staates vertritt, bedeutendste Repräsentanten: Martin Buber und Judah Magnes (Präsident der Hebräischen Universität in Jerusalem, eröffnet 1925).

 

 

Sept. 1928 - 1929

Zusammenstöße an der Klagemauer mit darauffolgenden gewalttätigen Unruhen, Evakuierung der jüdischen Siedlung in Hebron nach einem Massaker. Als Konsequenz daraus entsteht der Aufbau einer paramilitärischen Organisation, der Haganah.

 

 

1928/1929

Anerkennung des Va’ad Leumi (Nationalrat) der in Palästina lebenden Juden durch die Mandatsmacht sowie der Jewish Agency als Verhandlungspartner der Zionistischen Weltorganisation gegenüber der Mandatsmacht.

 

 

1929/1930

Gründung der Gewerkschaft Histadrut  und der Arbeitspartei Mapai unter der Führung von David Ben Gurion.

 

 

März 1930 – Okt. 1930 7 Febr. 1931

Shaw-Bericht und Passfield-Weißbuch, zeitweiliger Stopp für jüdische Einwanderung, aufgehoben nach dem „Schwarzen Brief“ des britischen Premierministers MacDonald.

 

 

1931

Auseinandersetzungen innerhalb der ZWO über die Haltung zur britischen Mandatsmacht; Rücktritt Weizmanns, Nahum Sokolov wird Präsident. / Allgemeine Islamische Konferenz in Jerusalem (Dezember). / Der jüdische Bevölkerungsanteil in Palästina beträgt knapp 17%.

 

 

1932-1938

Fünfte Aliiha, ca. 200.000 Einwanderer. / Schrittweiser Übergang der britischen und französischen Mandatsgebiete zur Selbstverwaltung bzw. Unabhängigkeit mit Ausnahme Palästinas.

 

 

Frühjahr und Sommer 1933

„Machtergreifung“ Hitlers, erste antisemitische Maßnahmen und Abschluss des Ha’avara-Abkommens mit dem Reichswirtschaftsministerium, das bis 1939 ca. 50.000 Juden die Emigration nach Palästina ermöglicht.

 

 

Nov. 1935

Tod von Izz al-Din al-Qassam im Kampf gegen britisches Militär; vorläufiges Ende einer ersten arabischen Terroristengruppe. (Nach Qassam werden später die „Kassam-Raketen“ benannt.) Die sich nach Qassam nennende Qassam-Bruderschaft löst den „Arabischen Aufstand“ aus.

 

 

April 1936 –

Frühjahr 1939

Arabischer Aufstand gegen die britische Mandatsmacht, ziviler Ungehorsam (Streik, Steuerverweigerung) sowie Guerrilla-Anschläge gegen die Briten, gewalttätige Konfrontationen zwischen Arabern und Juden. Der Aufstand bewirkt auch eine Islamisierung der palästinensischen Nationalbewegung. - 26.9.1937 Attentat auf den Distrikt-Gouverneur von Galiläa, Lewis Andrews. Die harte Konfrontation zwischen Palästinensern und Briten führt zur Rekrutierung bewaffneter jüdischer Einheiten für die britischen bewaffneten Ordnungskräfte, darunter eine Gegenterrorgruppe („Night Squads“). Daraus entstehen die späteren zionistischen Untergrundgruppen (Irgun u.a.) und zusammen mit der Haganah der Kern der israelischen Armee.

 

 

1936/37

Der jüdische Anteil an der Bevölkerung steigt auf 28%. Die Peel-Kommission zur Untersuchung der Lage in Palästina empfiehlt eine Teilung des Mandatsgebiets, der jüdische Teil hätte das nördliche Gebiet (Teile Galiläas) sowie einen Küstenstreifen bis nach Jaffa /Tel Aviv umfasst. Der Plan wird von der arabischen Seite abgelehnt und verschärft die politischen Spaltungen in der palästinensischen Führung. 1937 entzieht sich der Mufti von Jerusalem, Hadj Amin al-Husseini, als gesuchter Drahtzieher des Aufstand der Verhaftung durch die Briten (Exil im Libanon, Syrien und Irak).

 

 

März 1938

Der „Anschluss“ Österreichs verschärft den Emigrationsdruck für die Juden, die USA senken drastisch ihre Aufnahmebereitschaft. Der Anteil der jüdischen Einwanderer in Palästina, die jährlich aus Deutschland kommen, steigt auf 70%.

 

 

Juli 1938

Konferenz von Evian zur Lösung der „Judenfrage“ in Europa, humanitäre und antisemitische Zielsetzungen überlagern sich, ohne Ergebnis.

 

 

15.3.1939

Deutscher Einmarsch in die noch freie Tschechoslowakei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2.3.         

1939-1949

 

 

 

17.5.1939

MacDonald-Weißbuch: drastische Beschränkung der Einwanderung auf 75.000 Personen für die nächsten fünf Jahre, Illegale werden abgeschoben bzw. auf das Einwanderungskontingent angerechnet. Frühere Teilungspläne werden verworfen, Palästina sollte anschließend ein binationaler Staat werden. Das Weißbuch wird von jüdischer wie arabischer Seite abgelehnt.

 

 

1.9.-6.10.1939

Einmarsch und Besetzung Polens durch die Wehrmacht mit Ausnahme des im Hitler-Stalin-Pakt an die SU abgetretenen Ostpolen, in das sich etliche polnische Juden flüchten können. Etwa die Hälfte der 3,8 Mio polnischen Juden kommt unter sowjetische Herrschaft. Im deutsch besetzten Teil Errichtung der Ghettos.

 

 

1940

Beginn der antibritischen Terrorakte der radikalen zionistischen Gruppen (Etzel [=Irgun] und Lechi). Die zionistische Führung dagegen sucht die Verständigung mit den Briten zum Zwecke der Aufstellung einer jüdischen Einheit im Krieg gegen Deutschland (erst 1944 genehmigt, militärisch ohne Bedeutung).

 

 

März-Juli 1941

Errichtung bzw. Ausbau der KZs zu Vernichtungslagern im besetzten Polen (Auschwitz-Majdanek).

 

 

1941-1947

Alijah-Bet, organisierte illegale Einwanderung nach Palästina. Von den Briten aufgebrachte Schiffe werden abgewiesen, die meisten Flüchtlinge nach Zypern in Lager gebracht.

 

 

April 1941

Pro-deutscher Putschversuch im Irak von britischen Truppen niedergeschlagen. Der Mufti von Jerusalem, der sich in Bagdad aufhält und ihn wohl mit inspiriert hat, flieht nach Berlin, von wo aus er für die Nazis arbeitet und in Rundfunkansprachen von Italien aus zum Kampf gegen die Juden aufruft.

 

 

22.6.1941

Angriff auf die Sowjetunion, kurze Zeit später Beginn der systematisch organisierten Massenerschießungen (Babij Jar bei Kiew).

 

 

20.1.1942

Wannsee-Konferenz.

 

Mehr zum >>Biltmore-Programm

Anfang Mai 1942

Außerordentliche Konferenz der ZWO im Hotel Biltmore in New York. Im Biltmore-Programm wird die Errichtung eines Jewish Commonwealth in Palästina und die Beteiligung jüdischer Truppen im Kampf gegen Deutschland gefordert.

 

 

23-10.1942

Sieg der Briten bei El Alamein über die Armee Rommels, Ende des deutschen Vormarsches in Ägypten. Einheiten der SS begleiten auch in Nordafrika den deutschen Feldzug, in Athen steht seit dem Sommer eine Einheit unter der Leitung des Erfinders der Gaswagen, SS-Obersturm­bannführer Rauff, bereit zur Verschiffung nach Palästina.

 

 

19.4.-16.5.1943

Aufstand des Warschauer Ghettos. Trotz seiner Niederschlagung durch die Wehrmacht liefert er für die Juden in Palästina und in der Welt ein Signal der Ermutigung, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, und führt auch bei vielen Zionisten zu einer weiteren Radikalisierung in der Wahl der Mittel zur Errichtung eines jüdischen Staates.

 

 

22.3. 1945

Gründung der Arabischen Liga in Kairo.

 

 

Mai – Dezember 1945

Nach dem Ende des Krieges warten ca. 300.000 Überlebende der Shoa als Displaced Persons auf die Emigration. Die Forderung von US-Präsident Truman 100.000 nach Palästina einreisen zu lassen wird von den Briten abgelehnt. Die USA selbst haben erst 1944 ihre Einreisebestimmungen gelockert.

Die zionistische Führung stellt die Maximalforderung eines „jüdischen Staates Palästina“ auf.

Auf der Pariser Konferenz der Alliierten im Dezember werden über Reparationsansprüche gegen Deutschland gesprochen, die Opfer und Überlebenden des Holocaust sind kein Thema.

 

 

1945-47

Terroristische Aktionen zionistischer Gruppen gegen die britische Mandatsmacht, militante Konfrontationen zwischen arabischer und jüdischer Bevölkerung. Britische und amerikanische Untersuchungskommissionen und Verhandlungen mit den Konfliktparteien.

 

 

Jan. 1946- Febr. 1947

Anglo-amerikanische Untersuchungskommission und Londoner Konferenz zur Lösung des Palästinaproblems, boykottiert von zionistischer und palästinensischer Seite.

 

Bild:

Wikimedia Commons

Febr. 1947 /

Mai 1947

 

11.-22.7.1947

 

29.11.1947

Die britische Regierung übergibt das Palästinaproblem der UNO. Die UNSCOP nimmt ihre Arbeit auf. Die Vertretung der Palästinenser verweigert den Auftritt vor der UN-Vollversammlung und boykottiert die angebotene Mitarbeit an der UNSCOP, anders als die zionistischen Vertreter.

Tragödie der „Exodus 1947“ im Hafen von Haifa mit 4393 Holocaust-Überlebenden an Bord. Die Flüchtlinge werden von den Briten über Frankreich zurück nach Deutschland geschickt.

Die Vollversammlung der UN beschließt die Teilung Palästinas. Die arabischen Staaten lehnen nicht nur den Beschluss, sondern überhaupt das Recht der UN über Palästina zu entscheiden als Verletzung des Selbstbestimmungsrechts der Völker ab.

 

Dez. 1947-April 1948

Vorbereitung der militärischen Auseinandersetzung und Beginn der paramilitärischen bzw. terroristischen Aktionen von palästinensischer und zionistischer Seite (Irgun etc. / Arabische Befreiungsarmee). Heftige innerzionistische Auseinandersetzungen um die richtige Strategie und Form der Aktionen.

Die Radikalisierung der Konfrontation zieht die „regulären“ Truppen (Haganah) in die militärische Auseinandersetzung hinein (3.4. „offizielles“ Eingreifen der Haganah).

Die Exodus 1947 im Hafen von Haifa

 

14.5.1948

Proklamation des Staates Israel. Am Tag darauf eröffnen Libanon, Syrien, Irak, Jordanien und Ägypten den Krieg.

 

 

11.6. -7.7.1948

Waffenstillstand durch den UN-Sicherheitsrat, von arabischer Seite aufgekündigt. Attentat auf den UN-Unterhändler Graf Bernadotte durch zionistische Terroristen (Etzel).

 

 

Febr.-März 1949

Waffenstillstandsabkommen mit den arabischen Staaten.

 

 

11.12.1948

Resolution 194 des UN-Sicherheitsrats: Rückkehrrecht der Flüchtlinge aus dem Unabhängigkeitskrieg – von Israel abgelehnt mit der Begründung, die Flüchtlinge hätten sich freiwillig gegen Israel entschieden. Die genaue Zahl der Flüchtlinge ist umstritten. Das UNO-Hilfswerk für Palästina hat im Oktober 1948 650.000 Flüchtlinge registriert, 150.000 Araber sind in Israel geblieben. In den folgenden Jahren erlaubt Israel 40.000 Flüchtlingen die Rückkehr im Rahmen von Familienzusammenführungen.

 

 

11.3.1949

Israel wird 59. Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen. Die Waffenstillstandsgrenze von 1949 wird damit von der UNO anerkannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3.  Daten zur Geschichte des Nahostkonflikts seit 1949 (im Aufbau)

 

 

 

3.1.         

Suezkrise, Sinaikrieg 1956

 

 

 

 

Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser (Putsch 1952/54) profiliert sich als politischer Führer im Kampf gegen die alten Kolonialmächte und gegen Israel.

 

 

1955           

Verstärkte Guerilla-Aktionen gegen Israel ausgehend vom Gaza-Streifen.

 

 

26.7.1956   

Verstaatlichung des Suez-Kanals durch Ägypten.

 

 

12.9.1956   

Nasser blockiert die Straße von Tiran (Golf von Akaba) für israelische Schiffe und Luftraum für Flugzeuge (letzteres bereits seit 12.9.1955). Radio Kairo prophezeit eine Niederlage Israels in einem möglichen Krieg.

 

 

29.10. / 31.10.1956

Israelischer Einmarsch auf dem Sinai in Absprache mit Großbritannien und Frankreich, die zwei Tage danach die Suezkanalzone besetzen.

 

 

5.11.1956

Nach Vernichtung der ägyptischen Luftwaffe am Boden ist Ägypten nach wenigen Tagen militärisch geschlagen.

 

 

1957

Auf Druck der USA, die der Aktion ablehnend gegenüberstanden, akzeptieren GB und F die ägyptische Kontrolle über die Kanalzone gegen eine Garantie für die freie Schifffahrt. Israel muss sich von der besetzten Sinai-Halbinsel zurückziehen, an der ägyptisch-israelischen Grenze werden UN-Blauhelme stationiert. Israel erklärt (mit Unterstützung der USA), dass eine erneute Sperrung des Zugangs zum Roten Meer ein casus belli darstelle.

Präsident Eisenhower verkündet die nach ihm benannte Eisenhower-Doktrin zur Abwehr jedes kommunistischen Einflusses auf Länder des Nahen Ostens.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sechstagekrieg 1967

 

 

Seit 1965

Anschläge der 1959 gegründeten Fatah, Teil der PLO (1964 gegründet) auf israelische Einrichtungen, meistens von Syrien und Jordanien aus. Vergeltungsaktionen der Israelis führen zu Zusammenstößen mit den Nachbarländern zu Lande und in der Luft.

 

 

12.5.1967

Ägyptens Präsident Nasser verlegt 12 Divisionen auf den Sinai an die Grenze zu Israel. Gleichzeitig profiliert er sich propagandistisch als Führer der arabischen Nation im Kampf gegen Israel.

 

 

16.5.

Nasser fordert den Abzug der seit 1957 stationierten UN-Blauhelme vom Sinai, dem UN-Generalsekretär U-Thant sofort nachkommt.

 

 

22.5.

Sperrung der Straße von Tirana (Golf von Akaba) durch Ägypten wie 1956.

 

 

30.5.

Jordaniens König Hussein schließt sich in Kairo dem ägyptisch-syrischen Bündnis an, weitere arabische Länder schicken militärische Unterstützung nach Syrien und Jordanien.

 

Mehr zur Frage des Präventivkrieges

>>Sechstagekrieg

5.6.

Angesichts der offensichtlichen Kriegsvorbereitungen auf arabischer Seite sowie der ständigen Propaganda Nassers durch die Medien, wonach es um die Zerstörung Israels gehe, entschließt sich Israel zu einem Präventivschlag.

 

 

5.-11.6.

Die ägyptische Luftwaffe wird größtenteils am Boden zerstört und damit die Lufthoheit für Israel gesichert. In sechs Tagen erobert die israelische Armee die Sinai-Halbinsel sowie das Westjordanland und zuletzt die syrischen Golanhöhen.

 

 

1.9.1967

Dreifaches Nein der Arabischen Liga bei ihrer Tagung in Khartum: „No peace with Israel, no recognition of Israel, no negotiations with it.“

 

 

22.11.1967

Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates: Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten gegen Anerkennung des Staates Israel in gesicherten Grenzen durch die arabischen Staaten. Die Resolution wird von Israel befürwortet und von der Arabischen Liga abgelehnt.

 

 

 

 

 

 

Wird ergänzt…

 

 

 

 

Home/

Gesamtübersicht

Übersicht Jüdische Geschichte